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Der schwedische Schutzhundesport

Der Schutzhundesport ist der vielseitigste Zweig des schwedischen Gebrauchshundesportes (ausser fuer Schutzhunde gibt es Pruefungen fuer Fährten-, Such- und Meldehunde). Im schwedischen Schutzhundesport wird die Arbeit des Polizeihundes nachempfunden. Der Hund muss fährten, Gegenstände aufsuchen, ein Waldgebiet nach Menschen absuchen und gefundene Personen verbellen und ein Unterordnungs- und Schutzdiensprogramm durchfuehren. Im Schutzdienst wird nicht nur im Schutzarm gearbeitet sondern auch im Maulkorg, da man sehen will, ob der Hund auch eine Person ohne Schutzarm angreift.

Wie in den anderen Gebrauchshundesportarten in Schweden gibt es insgesamt vier Klassen. Eine Einsteigerklasse (appellklass, akl), die jedoch noch keinen Schutzdienst beinhaltet und die als Einstieg fuer alle schwedischen Gebrauchshundesportarten gilt. Hier kann man zwischen Fährte, Suchen und "Rapport" (Meldehunde) wählen. Diese Pruefungen beinhalten auch Unterordnung, die gleich ist in allen Zweigen dieses Sportes. Die nächsten Klassen sind lägre (lkl), högre (hkl) och elitklass (ekl). In elitklass, der höchsten Klasse, wird die schwedische Meisterschaft ausgetragen. Nur Gebrauchshunde mit FCI-Papieren duerfen den Schutzhundesport ausueben und man braucht eine Lizens um an Pruefungen teilnehmen zu duerfen. Der Hund muss auch die schwedische Wesensbeschreibung (MH) durchgefuehrt haben.

Hier werden ich kurz die unterschiedlichen Bestandteile einer Schutzhundepruefung in der "elitklass" beschreiben:

"Fährte"

Die Fährte ist 600m lang und 70-80 Minuten alt. Vier Holzgegenstände muessen gefunden werden. Man hat zwei Richter und sie folgen der Arbeit des Hundes ca 150m. Man hat 20 Minuten Zeit um die Fährte zu bewältigen. Die Fährte kann sowohl auf einem Feld wie auch in einem Waldgebiet liegen und enthält mehrere Winkel.

Die Beurteilung ist anders als in der IPO. Hier wird nicht so grosser Wert auf Details gelegt. Das Wichtigste ist, dass der Hund selbstständig arbeitet und Gegenstände findet.

"Absuchen"

Der mit Maulkorg versehene Hund soll ein Waldgebiet von 100x150m nach Personen frei  absuchen. Man hat einen "Pfad" in der Mitte des Gebietes und schickt von dort aus den Hund links und rechts zum Suchen. Hier ist es wichtig, dass der Hund systematisch arbeitet und alles absucht. Zwei Personen sind im Gebiet versteckt und man hat 10 Minuten Zeit diese zu finden.

Wenn der Hund jemanden gefunden hat, muss dieser durch Verbellen bewacht werden, bis der Hundefuhrer Hund und Person abholt.

"Gegenstände aufsuchen"

Auf einer Fläche von 50x50m werden vier Gegenstände ausgelegt, die der Hund innerhalb von 5 Minuten finden und apportieren muss.

 

 

 

 

 

 

"Unterordnung"

In der Unterordnung wird man vom Wettkampfleiter dirigiert. Die Hunde muessen 5 Minuten abliegen, während die Hundefuehrer sich ausser Sichtweite entfernen. In der Zeit werden vier Schuesse abgegeben.

Man wird die ganze Zeit vom Wettkampfleiter durchs Programm gefuehrt. Auf dem Bild sieht man, dass der Hund ueber eine Leiter laufen muss. Andere Momente sind die Freifolge, das Apportieren (4 kg und Metall), ueber eine Huerde springen, durch eine Gruppe voraus laufen, Abrufen mit Stellen und Legen, Kriechen und Laut geben.

 

 

"Schutzdienst"

Hier beginnt man mit der Arbeit im Maulkorg. Der Hund wird zunächst von 40m Abstand zu einem stillstehenden Helfer geschickt, der bewacht werden soll.

Danach wird dieser Helfer transportiert und versucht dann den Hundefuhrer zu ueberfallen. Nun muss der Hund kräftig mit dem Maulkorg in den Helfer "stossen".

Dann macht der Helfer einen Fluchtversuch und man schickt den Hund nach 20m um diesen an der Flucht zu hindern.

Im nächsten Moment muss der Helfer nochmals vom Hund bewacht werden und Fluchtversuche muessen durch "Stossen" im Maulkorg verhindert werden.

Im letzten Moment im Maulkorg wird ein Helfer transportiert. Gleichzeitig wird der Hundefuehrer von einem zweiten Helfer von hinten ueberfallen.

Es ist sehr wichtig, dass der Hund sofort mit dem Angriff aufhört, wenn der Helfer still steht. Beim Bewachen will man hier gerne, dass der Hund ein paar Meter Abstand hält.

Nun beginnt der nächste Teil, wo der Helfer mit einem Schutzarm versehen ist. Dieser unterscheidet sich recht stark von dem, der in der IPO angewendet wird. Auch die Beurteilung ist anders. Man will, dass der Hund unmittelbar kräftig zufasst, wenn es erforderlich ist, aber man beurteilt nicht den Griff. Natuerlich darf der Hund nicht aus dem Griff gehen. Wenn der Helfer still steht, muss der Hund sofort ohne Kommando ablassen und bewachen. In der Bewachungsphase will man auch hier, dass der Hund einen gewissen Abstand zum Helfer hält.

Folgende Momente muss man durchfuehren: Transport mit Ueberfall, Mutprobe, Bewachung mit Verhinderung von drei  Fluchtversuchen und Flucht mit Schuss (der Helfer versucht zu fluechten worauf der Hund nach 25m Flucht geschickt wird, ein Schuss wird vom Helfer abgegeben und der Hund muss zufassen und festhalten bis der Hundefuehrer kommt und ihn auf Kommando an seine Seite ruft).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dies war in groben Zuegen ein Pruefungstag fuer einen Schutzhund. Ich hoffe, dass ich einen kleinen Einblick in diesen nationellen Sport geben konnte.

/Sandra